Leben gedeiht im "Für"     -     Alexandra Danzl

 

Leben entsteht nicht im >gegen< Etwas – es wächst und gedeiht im „Für“ Etwas.

Das Lebendige entsteht, entfaltet sich, weil es leben will!

Es ist der Wille zum Leben, der eine Blume zum Erblühen bringt.

 

Der Leitgedanke unserer Zivilisation ist ein >Gegen< - es scheint so, dass sich die Menschen in der Gesellschaft des Fortschritts darauf geeinigt haben, Leben sei nur möglich, wenn >gegen< Etwas gekämpft wird.

Der Virus muss bekämpft werden. Gegen es Ausbreitung muss gekämpft werden.

Gegen Verschwörungstheoretiker, rechts, links usw. muss gekämpft werden.

Vor Corona war es das CO2, gegen das gekämpft werden musste.

Die Liste der „Dinge“ gegen die vorher gekämpft werden muss, um dann endlich leben zu können läßt sich beliebig fortsetzen. Der Slogan der Zivilisation heißt, wenn wir all das bekämpft und besiegt haben, dann ist>>>>> irgendwann in der Zukunft leben möglich.

 

Kaum noch jemand fragt (gerade jetzt in Zeiten von „Corona“) danach, was lebendig-sein bedeutet, was denn das eigentliche Wesen des Lebendigen ist.

Ist nicht das Wesen alles Lebendigen die ihm innewohnende Lebenskraft – die weder vermessen, noch gewogen werden kann? Diese Lebenskraft ist nicht im Labor zu finden, nicht im Zerhacken und Zerlegen von Materie!

Das Lebendige, das Wesen des Lebendigen kann niemals im Labor erforscht werden. Das aber wird geglaubt – die meisten Menschen in der Zivilisations-Gesellschaft glauben an diese Wissenschaft der abgetöteten Materie.

Was ist an einer Molekularsequenz noch lebendig, die isoliert vom Gesamt-Organismus in einem künstlich aufgebauten Milieu gezüchtet wird? Was entsteht aus einem Zellteil, das nicht mehr verbunden ist mit dem Organismus, dem er entstammt, nicht mehr verbunden mit dem Lebendigen, das sich entfalten, wachsen, erblühen will? Das heraus gerissen wurde aus dem Gesamt-Organismus? Wird es sich so verhalten wie im! Organismus?

Für einen Wissenschaftler sicherlich sehr vereinfachte Fragen – denn, es ist ja alles viel komplexer und komplizierter, das können nur Experten verstehen! Ihnen sollte man es überlassen, was sie als Leben definieren. Ist das so?

Trauen sich die Menschen heute wirklich nicht mehr zu Lebendigsein erfahren zu können? Jenseits von Labor und Wissenschaft?

Wollen sie es nicht erfahren? Ist das die Angst vor dem „Unvorhersehbaren“, vor dem „Nicht-Kontrollierbaren“? Sind die Menschen dieser Gesellschaft in einen „Kontrollzwang“ geraten? Weil sie vielleicht die Verbindung zu der Ursache aller Ursachen, zu dieser Kraft, die alles lebendig macht gekappt haben?

Alles, was nicht kontrollierbar ist wird bekämpft? Alles, was sich aus sich heraus entfalten, erblühen möchte, Tier, Pflanze, der kleine heranwachsende Mensch wird diszipliniert? Kontrolliert geformt?

Ausdruck des Bildungssystems? Der Mensch, das Lebendige ist nichts, wenn es nicht in Form gebracht wird? Züchtung?

Ist es nicht dieses Postulat, das dem zivilisierten Menschen inzwischen, ja fast in Fleisch! und Blut! eingegangen ist, dass er von Haus aus nicht „Ganz“ ist? Dass ihm von Beginn seines Entstehens an etwas fehlt, aus ihm erst etwas Werden muss – um ein vollwertiges Mitglied dieser Gesellschaft zu sein?

 

Wie immer sind diese Zeilen nur meine Gedanken, die mich manchmal durch den Tag begleiten, mit denen ich das Leben betrachte, schaue, horche…. hinspüre….