Was zeigen die Vorgänge in Bolivien?

 

Ausgangssituation: Die Mehrheit der Bevölkerung hat sich vor ca. 14 Jahren eine neue Verfassung gegeben. Es ist die einzige Verfassung, die eine man könnte sagen „Das Leben als Organismus“ zum Inhalt hat. Damit will ich ausdrücken, diese Verfassung ist getragen von der Vision eine Möglichkeit zu eröffnen für eine Menschengemeinschaft, die sich wieder einbinden kann in den Organismus Erde-Kosmos. Diese Vision führte die unterschiedlichen sozialen Institutionen / Gewerkschaften zusammen unter dem Dach der > Partei „Auf dem Weg zum Sozialismus“ – „Movimiento al Socialismo“.

Und da zeigt sich bereits das grundsätzliche Problem. Das, was herausführen soll aus dem System, benutzt die Mittel und die Werkzeuge des gegenwärtigen Systems – hier die „Demokratie“. Damit ist diese Bewegung, diese Vision bereits in seinen Möglichkeiten deutlich begrenzt.

Allerdings wäre es möglich, dass ein derartiges Experiment gelingen könnte, wenn die beteiligten Menschen erkennen auf welchen Prinzip alle global etablierten Gesellschafts-Systeme beruhen. Es ist die Aneignung anderer Wesen (Erde, Pflanze, Tier, Mensch) als privates Eigentum und Vernutzung von deren Energie.

Trotz der Überdeckung durch die Kolonisation und Missionierung war die Verbundenheit und ihr Verständnis für den Gesamtorganismus in großen Teilen der Bevölkerung noch spürbar. Die Illusion, dass die Aneignung der Naturressourcen, wenn sie in einer kollektiven Form erfolgt, zu einer Steigerung der Lebensqualität für das gesamte Volk führt, trübt diese Wahrnehmung.

 

Für uns zeigt sich hier ganz deutlich das Problem, warum sich nichts ändert solange wir nicht „Des Pudels Kern“ zum Destabilisieren bringen. Wenn wir nur immer die „Symptome“ bekämpfen sind wir ständig im Hintertreffen. Haben wir das Eine erkannt und entsorgt, hat sich bereits das nächste entwickelt…..